Bewerbungsbilder und Unternehmensbilder in Gießen

Neues Jahr, neues Spiel – und ein Blick zurück, der bleibt

Der Jahresanfang fühlt sich oft nach Aufbruch an.
Neue Ideen, neue Pläne, neue Ziele. Gleichzeitig beginnt das Jahr bei mir – wie vermutlich bei vielen Selbstständigen – erst einmal mit etwas, das wenig Glamour hat: dem Jahresabschluss für 2025.

Keine kreative Arbeit, kein Shooting, kein Austausch mit Menschen.
Stattdessen Zahlen, Belege, Listen. Eine Aufgabe, die dazugehört, aber selten Begeisterung auslöst.

 

Altlasten gehören manchmal dazu

Dieses Jahr fühlt sich diese Phase trotzdem etwas entspannter an.
Seit dem letzten Jahr setze ich auf eine Software, die mir einen großen Teil der Arbeit abnimmt. Dinge, die früher viel Zeit gekostet haben, gehen heute strukturierter und schneller von der Hand.

Das ändert nicht alles – aber genug, um den Kopf freier zu bekommen.
Und genau das ist der Punkt, an dem etwas Interessantes passiert.

Denn während man sich durch das vergangene Jahr arbeitet, passiert automatisch etwas anderes:
Man blickt zurück.

Rückblick als Nebenprodukt

Zwischen Rechnungen und Projektnamen tauchen Erinnerungen auf.
Shootings, Gespräche, Situationen. Momente, die im Alltag oft untergehen, aber plötzlich wieder präsent sind.

Ich denke an Shootings mit Kolleg:innen, bei denen nicht nur gute Bilder entstanden sind, sondern auch echter Austausch.
An Kundenprojekte, die fordernd waren – und gerade deshalb Spaß gemacht haben.
An Entscheidungen, bei denen man nicht sicher war, ob sie richtig sind, die sich rückblickend aber genau so anfühlen.

Es sind diese stillen Rückblicke, die man nicht plant, die aber gut tun.

Menschen und Momente

Was dabei immer wieder auffällt:
Am Ende geht es selten nur um Bilder.

Es geht um Menschen.
Um Begegnungen. Um Vertrauen.

Menschen, die man auf einem wichtigen Schritt ihres Lebens begleiten durfte.
Sei es bei professionellen Bewerbungsfotos, bei Business- und Corporate-Portraits oder bei Hochzeiten.

Gerade bei Businessportraits wird das oft unterschätzt.
Für viele ist es „nur ein Foto“. Für andere ist es der Moment, in dem sie sich zum ersten Mal wirklich mit ihrer eigenen Außendarstellung beschäftigen.

Ein neuer Job. Der nächste Karriereschritt. Der Schritt in die Selbstständigkeit.
Ein Businessportrait ist dabei nie isoliert – es steht immer im Zusammenhang mit Veränderung.

Teil eines Weges sein

Was mich rückblickend besonders beschäftigt, ist genau das:
Man ist als Fotograf oft ein kleiner Teil eines größeren Weges.

Man begleitet Menschen in Phasen, die für sie Bedeutung haben – auch wenn das Shooting selbst vielleicht nur eine Stunde dauert.
Das gilt für Hochzeiten genauso wie für Corporate Portraits oder Bewerbungsfotos.

Diese Verantwortung ist leise, aber real.
Und sie bleibt manchmal länger im Kopf als das perfekte Licht oder die technische Umsetzung.

 

Dankbarkeit ohne Schönreden

Natürlich gibt es auch Gedanken, die weniger romantisch sind.
Der Wunsch, dass Dinge schneller gehen. Dass Projekte größer werden. Dass manche Schritte früher Früchte tragen.

Das gehört dazu.
Gerade im Nebenerwerb, wo Zeit, Energie und Erwartungen oft in Konkurrenz stehen.

Aber genau deshalb ist der Rückblick wichtig.
Nicht, um sich auszuruhen – sondern um ehrlich zu sein.

Und ehrlich betrachtet kann ich sehr zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.
Nicht, weil alles perfekt war.
Sondern weil es stimmig war.

 

Stolz ist kein großes Wort

Stolz klingt schnell nach Selbstbeweihräucherung.
Dabei ist es etwas anderes: anzuerkennen, was man aufgebaut hat.

Projekte, auf die man mit gutem Gefühl zurückblickt.
Erfahrungen, aus denen man gelernt hat.
Beziehungen, die gewachsen sind – beruflich wie menschlich.

Gerade im Bereich Business- und Corporate-Portraitfotografie ist Kontinuität wichtiger als schnelle Erfolge.
Vertrauen entsteht nicht über Nacht. Es wächst über Zeit, über Begegnungen, über saubere Arbeit.

Neues Jahr, gleiche Haltung

„Neues Jahr, neues Spiel“ klingt nach kompletter Neuerfindung.
In Wahrheit fühlt es sich für mich eher nach Weitergehen an.

Mit derselben Haltung.
Mit dem gleichen Anspruch an Klarheit, Authentizität und Ruhe – sowohl in der Fotografie als auch im Umgang mit Menschen.

Ein neues Jahr bedeutet nicht, alles über Bord zu werfen.
Manchmal reicht es, das Bestehende bewusster wahrzunehmen.

Fazit: Zurückblicken, ohne stehen zu bleiben

Der Jahresabschluss zwingt zum Rückblick.
Und vielleicht ist das gar nicht so schlecht.

Er macht sichtbar, was oft untergeht:
die vielen kleinen Schritte, die Begegnungen, die Momente, die am Ende ein Jahr ausmachen.

Dankbar zu sein heißt nicht, keine Ziele mehr zu haben.
Es heißt nur, anzuerkennen, wo man gerade steht.

Und von dort aus weiterzugehen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen